Епигенетични проломи в долината на р. Струма

Радевъ, проф. Жеко. Епигенетични проломи в долината на р. Струма

Radev, Prof. Ž. Epigenetische Durchbrüche im Strumatal

---

Epigenetische Durchbrüche im Strumatal

Die Entwicklung der Oberflächenformen im Strumatal lässt sich auf eine ziemlich entfernte geologische Vergangenheit zurückführen. Als Voraussetzung dieser Entwicklung wäre die Zeit anzusehen, in welcher die ersten Strukturformen entwofen wurden, deren Spuren auch heute die Grundzüge der die Erdgestalt dieser Gegenden bedingenden geotektonischen Bewegungen darstellen. Die Richtung des Kettengebirges im oberen Struma-Becken wurde bereits während der jüngeren kimerischen Zeit bestimmt. Während des Tertiärs, es handelt sich hier um junges Tertiär, hat sich der jungvulkalnische Streifen Witoscha – Ljulin – Wiskjar geprägt, welcher die nördlichen Umrisse des Beginnes des Strumatals bestimmt; gleichzeitig wurde auch der Aufbau der Strukturrücken von Golo-Brno, Konjawa und der gefalteten Streifen von Pogled-Ruen vollendet. Gerade diese Streifen bestimmen ihrerseits die Rippen, welche die obere Hälfte des Strumatals in einzelne tiefe Ebenen zerreisen. In den letzteren haben sich nämlich die pontischen Südwasserbecken dieser Gegenden debildet. Eingentlich sollte man nicht von Becken, sondern von einem einzigen tertiären Becken sprechen, welches durch das Skelett der oberen gefalteten Bögen in einzelne Teile eingeteilt wurde; allerdings sind die einzelnen Becken deutlich abgegrenzt, zeigen aber doch einen starken Zusammenhang miteinander. Die geologischen Untersuchungen weisen daraufhin, dass das Alter der letzten Tertiärablagerungen in sämtlichen heute umrissenen Becken des oberen Strumatals gleich ist, und dass der Zusamenhang zwischen ihnen erhalten ist, obwohl er heute starke Dislokationsprozesse aufweist.

Die Strumafurche, welche südlich von den Pogledhügeln beginnt und sehr charakteristisch bis zum Rupeldurchbruch im Süden folgt, ist gleichfalls durch jungtertiäre pontische Ablagerungen angefüllt. In diesem Teil des Tales sondert sich ein Rila- und ein Pirinteil ab. Sie sondern sich von der querliegenden gneiskristallinen Schwelle von Oranovo ab, welche eine Fortsetzung der südwestlichen Ausläufer des Rilagebirges darstellt. Diese Schwelle versinkt unter dem tertiären Kamm des gegenüber liegenden Vlachinagebirges. Nun verlaufen die beiden Teile in südlicher Richtung zum Maleschewo- und Ograschdengebirge, wo sie den Kamm des letzteren einehmen. Eine niedrigere Schwelle verbindet den nördlichen Anfang des Piringebirges, über Kresna, mit dem Maleschewogebirge. Während die hohe Schwelle von Oranowo als Grenze des oberen Strumasüsswasserbassin fungierte, versank die nierdrige Schwelle von Kresna tief und war durch den rechten Tertiärkanal zwischen den Becken von Simitli und demjenigen von Sweti Wratsch – Melnik überschwemmt.

Die Strumafurche weist eine typische meridiane Richtung auf und ist in der Basis ihrer Synklinalachse gespalten. Im Osten ist sie von dem gleichfalls jungen monoantinklynalen Rücken des Pirins und im Westen durch den Rücken der die gleiche tektonische Richtung aufweisenden, allerdings komplizierteren Wlachina-, Maleschevo- und Ograschdengebirge abgegrenzt.

Die ost-westliche Achse der tektonischen Linie von Ali-Botusch, Sengelewo-Belasitza grenzt an die Seitenkulissen der Strumafurche und äussert sich dort in ihrer Spalte des Rupeldurchbruchs.

Der Pirinteil der Strumafurche bildet den mittleren Teil des Strumatales. Von der Schwelle Oranowo bis Rupel im Süden wurde er durch einen tertiären See besetzt. Die breiten Terrassen der Sengelwoseite dieses Durchbruchs zeigen jedoch, dass das mittlere Strumatal mit dem unteren Struma- oder mit dem Seresbassin verbunden war.

Das Niveau der tertiären Ablagerungen liegt auf der Strecke vom Becken von Pernik bis Rupel auf einer Höhe von 800 bis 900 m ü. d. M.

Mit dem Zurückziehen der Gewässer der tertiären Becken im Strumagebiet wurde der Beginn der heutigen morphologischen Gestalt des Tales gelegt. Die vortertiären Strukturformen, die die Querrippen der oberen Struma einerseits und die starken Tertiärablagerungen andererseits gebildet haben, deuten auf die Orte der charakteristischen Ausbreitungen des Tales und auf die tiefen und schmalen Durchbrüche zwischen ihnen. Die Reste der tertiärdecke auf den Seitenteilen dieser Durchbrüche deuten deutlich auf ihre epigenetische Bildung. Letztere zeigt sich noch besser auch auf den epigenetischen Mündungen und Durchbrüchen der Piriner und Rilaer Nebenflüsse der Struma. Es sind dies nämlich die Durchbrüche des Dschermanflusses bei Dupnitza und seines Nebenflusses der Bistritza, sowie diejenigen des Rilaflusses, aber auch sämtliche Durchbruchmündungen der Piriner Nebenflüsse, welche in den Kresnadurchbruch von Struma münden.

Folgende Strumadruchbrüche verbinden kleine und grosse Ausweitungen des Tales:

  1. Zwischen Popowo und dem Becken von Krapez einerseits und dem Beken von Pernik andererseits, bei dem Dorf Studena befindet sich der Durchbruch von Tscherwena Mogila. Nördlich von Tscherwena Mogila werde diese Becken durch einen niedrigeren Sattel aus tertiärem Material verbunden.
  2. Zwischen dem Becken von Pernik und der Ausbreitung des Koskaflusses befindet sich der Krakradurchbruch. Auch hier besteht in nördlicher Richtung ein starker tertiärer Zusammenhang.
  3. Zwischen Konska und dem Becken von Radomir befindet sich der Wissok-Tschardak-Durchbruch.

       Alle drei Durchbrüche sind in Triaskalk und Rotsandstein eigebohrt; auf ihrer rechten Seite, hinter dem heutigen Flussbett sind Streifen tertiärer Ablagerungen vorhanden.

  1. Der Durchbruch von Priboy, bei welchem der Strumafluss die Ebene von Radomir verlässt, und
  2. Der Durchbruch von Semen, welcher im Westen das Konjawagebirge durchschneidet, sind gleichfalls epigenetischen Upsprunges. Das alte Strumabett zeichnet sich hier durch mannigfaltige Flussmaterialien, etwa 250 m über dem jetzigen Niveau des Flusses, aus; daneben sind Spuren auch von einer Tertiärdecke vorhanden.
  3. Der Skrinski-Durchbruch verbindet die Ebene von Kjustendil mit derjenigen von Boboschewo. Auch hier besteht ein alter Zusammenhang zwischen dem Tertiär von Dupnitza und dem Kjustendil-Becken über den querliegenden Klissurazug und Lӑžowna Mogila, andererseits aber wird auf dem oberen und unteren Ende des Durchbruches die heutige Tertiärdecke unterbrochen. Es ist klar, dass auch hier der Durchbruch einen epigenetischen Ursprung hat.
  4. Der Belopole-Durchbruch durchschneidet den querliegenden Gneisgranitzug, welcher im Westen von Rila bei der Mündung des Rilaflusses absteigt; letzterer durchscheidet hier gleichfalls diese alte untertertiäre Oberfläche. Östlich von diesem Fluss und gar bis zu den Abhängen des Gebirges sind starke Tertiärablagerungen und darüber auch starkes Diluvium vorhanden.
  5. Der Durchburch von Oranowo verbindet das obere Struma-Becken mit dem mittleren Sruma-Becken. Über der westlichen Hälfte dieser breiten Schwelle sind Flussmaterialien und tertiäre Sandsteine erhalten, welche auf einen ziemlich weiten Zusammenhang zwischen oberem unf unterem Becken hindeuten. Dies erinnert wieder an den epigenetischen Ursprung dieser Durchbrüche. Die nachtertiären tektonischen Bewegungen haben das Bett nach dem Osten verschoben, wodurch sich letzteres in seinen schmalen Durchbruch einegebohrt hat.
  6. Der Kresnadurchbruch ist besonders charakteristisch und weist deutlich eine epigenetische Entwicklung auf. Er ist in die östlichen Teile des Krupnikgebirges eingebohrt; das Krupnikgebirge scheidet sich seinerseits durch einen breiten Streifen tertiärer Ablagerungen von den Abhängen des Piringebirges. Heute liegt das Krupnikgebirge etwa 100 m unter der östlichen Wand des Durchbruches, welche ihrerseits durch drei starke Pirinnebenflüsse epigenetisch durchschnitten ist.
  7. Unter und über der Strumitzamündung durchschneidet das Strumabett noch an zwei Stellen ältere Materialien, welche durch die jungtertiäre Decke überdeckt wurden.

        Den oberen Durchbruch kann man als Durchbruch von Prepetschane bezeichnen. Er ist in die Breccienkonglomerate des Miocäns eingebohrt, und der untere ist in die kristallinen Schiefer über Marikostenowo eingebohrt.

  1. Der Rupeldurchbruch verbindet das mittlere Strumabecken mit dem unteren. Tatsachen geologischer und geomorphologischer Natur sprechen deutlich dafür, dass wir auch hier auf den Spuren einer engen Verbindungsstelle, auf einer tertiären Wasserenge sind.

Žeko Radev

---

Към съдържанието на статията/ Access to the full text of the article

Видяна 5583 пъти