Земноповръхни форми въ долината на р. Мѫти-виръ

Батаклиевъ, Ив., доцентъ. Земноповръхни форми въ долината на р. Мѫти-виръ

Batakliew, Iw., o. Dozent. Die Oberflächenformen des Mǎtiwir – Gebietes

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Die Oberflächenformen des Mătiwirgebietes

(Morphologische Untersuchungen)

Der Mătivir ist der grösste rechte Nebenfluss der Topolnitza. Er entspringt auf dem Wakarelgebirge, fliesst durch das Becken von Ichtiman und zwängt sich dann zwischen dem Belitzagebirge und dem Eledžik hindurch, um in die Topolnitza zu münden. Er ist ein innerer Fluss des Sredna Gora von Ichtiman (Mittelgebirge von Ichtiman). Sein Gebiet besteht aus zwei Landschaften, die sich in ihren Oberflächenformen, ihrem Bau und ihrer Entstehung von einander unterscheiden, und zwar ist das eine beckenartig (das Becken von Ichtiman) und das andere durchbrucharting (Durchbruch zwischen dem Belitzagebirge und dem Eledžik).

Der Mătivir ist durch seinen Lauf interessant, da dieser den Höhenverhältnissen und dem Gefälle des heutigen Reliefs des Sredna Gora von Ichtiman gar nicht entspricht. Dieser Umstand und die geringe Kenntnis der Beziehungen zwischen dem Sredna Gora und dem Balkan in der Türkenzeit waren des öfteren der Grund, warum viele Reisende und Forscher während der Türkenzeit den Mătiwir mit dem Donaubulgarien verwechselten. Hochstetter hat zuerst diesen Irrtum aufgeklärt (Mitt. d. Geogr. Ges. Wien, 1870. Bd. XIII).

Das Becken von Ichtiman  ist verhältnismässig flach und bildet eine dreieckige Form. Seine Oberfläche, die in der Mitte eine Höhe von 640 m. ü. d. M. aufweist, hat eine Ausdehnung von 106 qkm. Sie besteht hauptsächlinch aus Diluvialablagerungen, während sich an den Flüssen entlang Alluvialablagerungen ersäecken. Unter den Diluvialablagerungen sind Tonschichten festgestellt worden, die wahrscheinlich aus der pliozänischen Zeit stammen. Der Flachheit des Beckens entspricht es, dass keine Fluss- oder Seeterrassen vorhanden sind. An den Ländern steigt es allmählich an und bildet mit den angeschwemmten Massen eine Beckentreppe.

Die Gebirgszüge, die das Becken von Ichtiman einschliessen, das Wakarelgebirge, der Kara-bair, das Belitzagebirge und der Eledžik übersteigen nicht 1000 bis 1200 m. Sie bestehen fast ausschliesslich aus Gneis und kristallinischen Schiefern mit nordwestsüdöstlicher Schichtenstreichung und einem Einfallswinkel von 60 bis 70º. Im allgemeinen hat die Sredna Gora von Ichtiman eine Schuppenstruktur, die dem Druck der von dem Rilo-Rhodopenmassiv und dem Balkan her wirkenden Tangentialkräfte zu verdanken ist. Der Abhang des Kara-bair ist mit seiner konvexen Form der höchste und steilste – das Ergebnis einer verhältnismässig starken Erhebung. An den Abhängen aller umliegenden Gebirgszüge unterscheidet man zwei Denudationsflächen (Piedmonttreppe im Sinne von Walter Penck): eine obere über 900 m. und eine untere, unterhalb der ersteren. Sie sind entstanden durch die epirogenetische Bewegung, die das Gebirge seit dem Pliozän erfasst hat. Die obere, mit den pliozänischen, zusammengedrängten Tonschichten im Beckem als Korrelat, ist pontischen Alters; die untere deren Korrelar die Diluvialbildungen sind, stammt aus dem Ausgang der levantinischen Zeit, vornehmlich aus dem Diluvium. Auf diesen Piedmonttreppen des Wakarelgebirges reihen sich die zahlreichen Häusergruppen der Weilersiedlung Wakarel. Das Becken von Ichtiman ist wahrscheinlich ein Graben. Als eine grosse Negatjvform im Sredna Gora von Ichtiman erleichtert es wesentlich den Verkehr von West- nach Ostbulgarien.

Der Mătiwir verlässt das Becken von Ichtiman nicht in südöstlicher Richtung, wobei er den niedrigen Sattel Schukjur-Tepe durchschneiden und durch Sulu-Derwent in die Maritza münden müsste, sondern er ändert plötzlich seine Richtung nach Nordosten und windet sich zwischen weit grössren Höhen hindurch, um in die Topolnitza zu münden. Das hat Cvij zu der Annahme veranlasst, dass der Mătiwir durch eine regressive Erosion Sulu-Derwent enthauptet habe, was sich aber später als nicht riching herausgestellt hat. Der Durchbruch des Mǎtiwir ist antezendent, mäandrisch und ohne viel Terrassen. An seinen Abhängen lassen sich auch zwei Denudationsflächen unterscheiden wie an den Abhängen des Beckens von Ichtiman.

Der Srendna Gora von Ichtiman nimmt nach seiner Lage, Geotektonik und Morphologie eine Mittelstellung zwieschen dem Rilo-Rhodopenmassiv und dem Balkan ein und trämit Recht seinen Namen.

Iw. Batakliew

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