Кацаров, проф. д-ръ Г. И. Народни повѣрия отъ древно и ново време
Kazarow, Prof. Dr. Gawril. Religiöse Volksbräuche aus dem Altertum und der Neuzeit
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Religiöse Volksbräuche aus dem Altertum und der Neuzeit
1. Zu der von Philostratos erzählten volkstümlichen Legende, dass die Waldtiere sich freiwilling zum Opfer an dem Altar des Rhesos stellten1), weist der V. auf einige Paralelen aus Bulgarien, z. B. die Legende, die mit den Ruinen einer aus dem VI. Jahrh. n. Chr. stammenden, am Fusse des Haemus in der Nähe der Stadt Pirdop liegenden Kirche verbunden ist), die die Orstbevölkerung „Elenska cerkva”, d. h. Kirche des Hirsches nennt. Man erzählt, dass alljährlich am Tage des Heiligen Elias, als die Bevölkerung zahlreich zur genannten Kirche wallfahrte, ein Hirsch zur bestimmten Stunde aus dem Gebirge herunterkam, um sich freiwillig den Geistlichen als Opfer zu stellen. Eines Jahres kam aber der Hirsch mit grosser Verspätung an und zwar ganz ermüdet und mit Schweiss und Schaum bedeckt. Er wurde sofort hingeopfert, ohne ihn ausruhen zu lassen. Seitdem erschnien am Tage des Heiligen Elias kein Hirsch mehr.
Dieselbe legende hat der V. im Jahre 1930 im Dorfe Batkun am Fusse der Rhodopen gehört, und zwar wieder mit einer Kapelle verbunden, die sich am „Elen-vrch” (Hirschgipfel), nicht weit von genannten Dorfe, befindet; aber auch in anderen Orten Bulgariens wird sie erzählt. In diesem Zusammenhang erinnert der V. an die Legende des Heiligen Athenogenes von Pedachtoe, die neulich von Fr. Cumont in mustergültiger Weise behandelt worden ist (Byzantion VI 521).
2. In seiner schönen Abhandlung „die Münze im Taufbecken” (Antike und Christentum III 1) hat Fr. Dölger auf die Münzenfunde in antiken Heilquellen aufmerksam gema ht. Im zweiten Teil seiner Abhandlung stellt der V. einige Münzenfunde aus bulgarischen Heilquellen zusammen und weist darauf hin, dass diese Sitte, Münzen in Quellen hineinzuwerfen, sich in Bulgarien bis auf den heutigen Tag erhalten hat (vgl. Antike und Christ. III 151).
Gawril Kazarow
1) Vgl. О. Wеinrеiсh, Studien zu Martial 133, 173; М. Nilsson, Griech. Feste 16, 58, 437, Еitrem, Symb. Osloenses VIII 44.
2) Bull. soc. arch. Bulg. V 80
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