За произхода на нѣкои напрѣчни долини въ обсега на Балканидитѣ

Бончевъ, проф. д-ръ Стефанъ. За произхода на нѣкои напрѣчни долини въ обсега на Балканидитѣ

Bončev, Prof. Dr. Stefan. Über die Entstehung einiger Quertäler im Bereiche der Balkaniden

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Über die Entstehung einiger Quertäler im Bereiche der Balkaniden

An vielen Stellen in den Balkaniden1) befinden sich enge fast unwegsame, cañonartige junge Täler, die quer durch die Faltensättel oder deren Schenkel hindurchgehen, ohne jedoch augenscheinliche Beziehungen mit der Zusammensetzung der Gesteinssorten und dem sonstigen tektonischen Bau der betreffenden Gegenden zu zeigen.

Früher meinte man, dies seien einfach antecedente Bildungen; mit der Zeit hat man aber festgestellt, dass viele davon sehr hoch über dem allgemeinen Flussniveau liegen und alles, oder beinahe alles fliessende Wasser entbehren. Es ist also nicht das fliessende Wasser gewesen, das sie durch gewöhnliche oder rückgreifende Erosion gebildet hat, umsomehr als diese Täler keine Terrassen besitzen, wenigstens hat man bis jetzt keine solchen beobachtet.

In dieser Arbeit bemüht sich der Verfasser, die Bildung der fraglichen Täler durch eine Dehnung in der Längsrichtung während der Faltung selbst zu erklären, auf die Theorie von Bogolepow (Zeitschr. der Deutsch. Geol. Ges. Bd. 82. S. 206-228) sich stützend.

Um sich in dieser Erklärung zu überzeugen, hat der Verfasser folgendes Experiment durchgeführt:

Er hat nämlich Mehlteig zu einem länglichen Brot von 1 kg ausgezogen und im heissen Backofen nur so lange gehalten, bis sich eine Rinde bildete aber der Teig darunter als solcher den ursprünglichen Teigzustand behielt. In diesem Falle ähnelt die Brotrinde der Erdrinde und der darunter gebliebene Teig dem Gesteinsmagma.

Legt man nun dieses Brot auf einen Tisch vor eine Wand und drückt es mit einem vertikal stehenden Brett gegen die Wand (Abb. 1), so bilden sich in der Brotkruste Furchen, die quer zur Längsachse der Brotes und in der Richtung des Druckes verlaufen (Abb. 2).

Dies zeigt, dass sich im Teig zwei entgegengesetzt wirkende Kräfte entwickelt haben, die ihn nach rechts und links zu entweichen nötigen. Weil aber die Brotkruste nicht scharf vom Taige getrennt ist, sondern an ihm haften bleibt, so wird sie einer Zerrung unterworfen, die sie zwingt durchzureissen. Die gebildeten, nicht scharf voneinander gesonderten Schollen haben sich ein wenig seitlich und unregelmässig verschoben.

 

1) Unter Balkaniden verstehen wir, im Gegensatz zu den Dinariden und Helleniden, die nördliche Randkette (Kober, 1923) des alpinen Orogens im Bereiche der Balkanhalbinsel. Sie bestehen aus dem eigentlichen Balkangebirge mit seinen Vor- und Hinterketten, dem Bulgarischen Tafelland und der Srednogorie. Die Srednogorie wird seinerseits aus dem Thrakischen Küstenlande (zwischen dem Südfuss des Balkans von Emine, dem Iniadagolf und der Stadt Jambol), der eigentlichen Sredna Gora (östliche, zentrale und westliche), der Oberen Mösie (eingeschlossen im Dreieck Plana Planina – Sofioter Bekken – Nišsavafluss – Niš – Transka Klisura – Maleševo in Makedonien – Plana Planina) und die Bugarmoravie (das Gebirgs und Hügelland zwischen den Flüssen Nišava, Bugarmorava, Grosse Morava, die Donau und Timok) gebildet. In den geographischen Verhältnissen entspricht die Srednogorie ziemlich genau dem Gorgeny-und Hargitagebirge in Siebenbürgen.

Stefan Bončev

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