Г. Гунчевъ. Льосътъ въ Северна България

Г. Гунчевъ. Льосътъ въ Северна България/ G. Gunčev. Löss in Nordbulgarien

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LӦSS IN NORDBULGARIEN

Mit kurzer Übersicht über die Lössfrage

In der Einleitung wird hervorgehoben, dass der nordbulgarische Löss bisher noch gar nicht erforscht worden ist. Demselben ist daher auch keine spezielle Studie gewidmet worden. In vielen Aufsätzen, die sich mit den Lössverhältnissen Europas befassen, wird nichts über den Löss Nordbulgariens gesagt, im besten Falle wird nur erwähnt, dass dort Löss vorhanden ist.

Im ersten Teil der Arbeit wird ein kurzer Überblick über den heutigen Stand der Lössfrage gegeben. Dies war erforderlich, weil in der bulgarischen wissenschaftlichen Literatur eine solche Ausführung aus neuerer Zeit fehlt.

Der umfangreiche zweite Teil behandelt die Lössverhaltnisse Nordbulgariens. Im ersten Kapitel desselben wird eine Übersicht über die alteren Forschungen vermittelt, während welcher auch das Löss beobachtet worden ist. Die erste Bestimmung des Lösses in Nordbulgarien in seine Bazeichnung mit diesem Namen stammt von A. Boué aus dem Jahre 1836. Eine Anzahl ausländischer (F. Foetterie, F. Kanitz, F. v. Hochstetter, F. Toula, L. de Launay usw.) und bulgarischer forscher (G.N. Zlatarski, G. Bontschew, St. Boncev u.a.) geben kleine und eingeschobene Berichte über den Löss in ihren Arbeiten.

Im zweiten Kapitel wird seine Verbreitung betrachtet auf Grund Verfassers Forschungen, und Berichte, die gedruckt oder uns mündlich von einigen bulgarischen Forschern mitgeteilt worden sind. Aus denselben geht hervor, dass derselbe eine viel grössere Verbreitung hat, als die geologische Karte G. N. Zlatarskis erkennen lässt. In groben Umrissen angegeben, reicht der Löss bis zu dem Hangen des Balkans, während er östlich Schumen sich über den östlichen Balkan fortsetzt und acht Kilometer südlich von Nessebar (Messemvria) anzutreffen ist.

Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit der Charakteristik unseres Lösses. An erster Stelle wird die Oberflächenveränderung nach Zonen in nordsüdlicher Richtung im Trockenboden, in der Veränderungen in vertikalen Hinsicht verfolgt, wobei wir unsere Aufmerksamkeit auf einige von uns aufgenommene Profile qus dem nordbulgarischen Löss lenken. (Vergl. Fig.3). Daraus erhellt, dass erstere in zwei Verlehmungszonen (Fossilboden) geteilt sind. Das Vorhandensein des vierten, ältesten Lösses kann nach dem Profil VII (Fig. 3) angenommen werden, dessen Aufnahme bedauerlicherweise niicht aufmerksam genug gemacht worden it.

Weiterhin betrachten wir die Lössvarietäten und deren Analysen, die auf des Verfassers Wunsch von B. Bukureschtlieff ausgeführt wurden. Dieselben zeigen, dass im jungen Löss nach Kornverteilung die Gruppe 0,25 - 0,05  mm (Tafel I und II) und im mittleren und Seelöss die Gruppe 0,05-0,01 mm (Tafel IV und V) vorherrscht. Der degradierte Löss weist ein nahes Verhältnis zwischen den Gruppen 0,25-0,05, 0,05-0,01 und 001-0,005 mm auf. Aus 30 Analysen bezüglich Karbonaten geht hervor, dass unser Löss kalkarm ist, da der ermittelte Höchstgehalt nur 16-10% betragt. Die bei Profil III (Fig.3) angestellte Hamusanalyse zeigt, dass dieselben Fossilboden sind. Die Charakterisierung unseres Lösses beschliessen wir mit einer Betrachtung der Lösspuppen, die sich als ein vortreffliches Leitmittel zur Bestimmung, ob ein zu untersuchender Lehm oder eine Erde von Löss herrührt oder nicht, erwiesen haben.

Im vierten Kapitel befassen wir uns mit dem Ursprungsort und dem Alter unseres Lösses. Nachdem wir kurz die Windverhältnisse des Diluviums betrachten, zeigen wir dass die Verfrachter des Lössstaubs bei uns nördliche und nordöstliche Winde waren. Dieser Staub stammt von den sudrussischen und ukrainischen Teilen der Moränenfelder der nordeuropäischen Vereisung, wie auch ein kleinerer Teil von dem Schlamme der Donau und ihrer karpatischen Nebenflüsse. Letzterer Umstand gibt uns eine Erklärung über die Korngrösse und die Stärke des Lösses im Donaurandgebiete.

Das Alter unserer Lösse bestimmen wir an Hand eines Vergleiches mit dem bessarabischen und südrussischen und auf Grund der in ihm vorgefundenen Fauna und paläolithischer Werkzeuge. Wir kommen zu dem Schlusse, dass der jüngere Löss aus der Zeit des Wurm II , der mittlere aus der des Wurm I und der alte aus der Riss-Glazialzeit und die Verwitteruugszone aus Würm I- Würm II sowie aus Riss-Würm-Interglazialzeit stammt.

Im Folgenden Kapitel verbreiten wir uns über die Bedeutung der Formierung des heutigen Antlitzes Nordbulgariens. Zunächst betrachten wir den geologischen Bau der Oberfläche vor der Lössbildung. Hiernach gehen wir ausführlicher auf die durch Lössanwehung neu angesetzten Gelände ein. Diese stellen mit Löss angehäufte Teile des grossen diluvialen Donaubettes dar. Fast alle Niederungen in unserem Donaurandgebiet sind dieser Art. Weiterhin befassen wir uns mit der typischen Anhäufung des Lösses in Form von Rücken in zumeist parallel zur Donau verlaufender Richtung, wie auch mit den durch Löss ausgefüllten Talern. Bei diesen Rücker weist der Löss die grösste Stärke auf, die bei Orehowo, wie wir schon in einer früheren Arbeit angegeben haben, 100 m erreicht. Von den alten Tälern sind einige noch ganz mit Löss besetzt, während er in anderen zufolge erneuerter Erosion mehr oder weniger abgetragen worden ist (Vgl. Fig. 13)

Bei dem grossen Flussnetz, das nicht so wesentlich von der Lössanwehung beeinflusst worden ist, hat sich der Löss längs der Täler in Auen, Terrassen und Hängen, niedergelassen, wodurch er eine Möglichkeit zu Menschensiedlungen in Flussbetten geschaffen hat

Weiterhin behandeln wir die Arten, auf die die Lössdecke rutscht und fortgetragen wird. Das sind stufenartige Senkungen an den ganz aus Löss bestehenden Wänden; ein gemeinsames Rutschen des Lösses mitsamt der Unterlage, wenn diese aus Tonen gebaut ist; ein Abstürzen des Lösses unter Bildung eines Schuttkegels, wenn die Unterlage eine senkrechte Wand ist (besonders gut ausgebildeter Fall bei Nikopol). An vielen Stellen besteht ein Gleichgewicht zwischen Löss und Unterlage, wenn hierfür günstige Bedingungen gegeben sind, nämlich schwache Neigung der Lössunterlage nach innen oder deren starke Wasserdurchlässigkeit (Vgl. Fig. 10).

Im letzten Kapitel betrachten wir den Löss in der, unter dem Namen Deli-Orman bekannten Landschaft Nordost-Bulgariens, wegen seiner besonderen Verhältnisse, Dieselbe stellt ein umfrangreiches, mit Löss bedecktes Karstgebiet dar. Die Fossilkarstphänomene werden vornehmlich bei künstlichen Ausgrabungen und Einschnitten für Landstrassen oder bei grossen Tälern aufgedeckt. Die grossen Waldungen, die für jenes Gebiet sehr charakteristisch sind, haben sich in verhältnissmässig jünger Zeit gebildet, dies kann aus vielen Umständen geschlossen werden, in erster Linie aus den zahlreichen vorhistorischen Siedlungshügeln von 2500-1900 v. Chr., von denen jetzt viele mitten im Walde liegen. In Deli-Orman spielt der Löss ebenfalls eine hydrographische Rolle, indem seine untersten verlehmten, das ihm durch zahlreiche Brunnen entnommen wird.

Wir halten es für möglich, dass der Löss zur Bildung von Kaolin bei Kaolinvorkommen, die sich in dieser Landschaft befinden, beigetragen hat.

 G. Guncev

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