Физикогеографски проучвания в гр. Оряхово и околността му

Гунчевъ, Гунчо Ст. Физикогеографски проучвания в гр. Оряхово и околността му

Gunčev, Gunčo. Physisch-Geographische Untersuchungen in der Stadt Orěhovo und ihrer Umgebung

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In der vorliegenden Arbeit betrachen wir die physischgeographischen Verhältnisse in dem Dreiecke zwischen den Flüssen Skӑt, vom Dorf Bukjovci abwärts, der Donau und der alluvialen Niederung von Ostrov. Nach einer kurszgefassten orographischen Übersicht behandeln wir die geologischen Verhältnisse in dieser Gegend. Die ältesten Schichten sind Pliozän, worauf sich Diluvium, hier von einer dicken Lössdecke vertreten, befindet. Die Fig. 1, 2, 3 und 4 stellen geologische Profile von verschiedenen Stellen des Donauufers landeinwärts dar. Die Pliozänserie bei Orěhovo ist 5º nach S geneigt. Die Asymmetrie zwischen dem bulgarischen und dem rumänischen Donauufer ist auf eine Verwerfung, an der die Rumänische Niederung absank und das Donau-Bulgarische Tafelland sich erhob, zurückzuführen. Bei Orěhovo stammt diese Verwerfung aus junger geologischer Zeit, da sie die Pliozänschichten abschneidet.

Infolge der Lössbedeckung ist die Gegend an der Oberfläche wasserarm. Bei Orěhovo, dessen hydrologischen Verhältnisse wir eingehender betrachten, unterscheidet man 7 wassertragende Horizonte, die das üppige Grün, in das die Stadt gebettet ist, begünstigen. Weiter behandeln wir die Lössdecke. Ein wichtiges Merkmal in ihr ist eine 2-2.5 m. dicke Schicht von Lösslehm die sie in zwei ungleiche Teile zerlegt. Der unter dem Lehmband liegende Löss ist 8-10 m. stark, der überlagernde wesentlich mächtiger. Über die Stärke der Lössdecke bei Orěhovo, an welcher Stelle sie als am mächtigsten in ganz Bulgarien gilt, gibt es verschniedene Angaben. Damit wir uns ein genaueres Bild darüber machen können, haben wir das Profil in Fig. 4 dargestellt. Die Höhenwerte wurden aus den Nivellements des Bulgarischen Militär-Geographischen Instituts und nach vorgenommener Korrektur aus den Messungen der Stadt Orěhovo gewonnen. Von letzteren haben wir die Höhe der Öffnungen der Brunnen genommen, die in der Richtung liegen, in welcher wir das Profil (Fig. 4) gezogen haben. Auf diese Weise haben wir festgestellt, das die oberste Pliozänschicht – die Pliozäzantone – eine Höhe von ca. 126 m. ü. M. ereichen. Von dort aus erhebt sich Löss in einer Stärke von ca. 85 m. als mächtiger Rücken über der Stadt. Am stärkesten ist der Löss bei der Kuppe Kapitanica (225.7 m.) – ca. 100 m.

Weiter betrachten wir ausführlicher die Terrassen, die sich am Donauufer befinden, in der von uns durchforschten Gegend. Die erste, die niedrigste Terrasse, erhebt sich bis 10 m. über das Mittelwasserniveau der Donau. Westllich von Orěhovo hat sie Kalte als Unterlage. Die Terrasse ist durch fluviatile Erosion entstanden. Darüber erhebt sich eine zweite Terrasse – durch Denudation entstanden – die westlich von Orěhovo am höchsten ist. Östlich von dieser Stadt beginnt ihre Höhe abzunehmen. Zwischen dieser letztern Terrasse und der obersten Terrasse, die die wirkliche Oberfläche des Tafellandes darstellt, hat an einigen Stellen die Entstehung einer dritter Terrasse begonnen. Der Entwicklungsgang dieser Terrassen ist schematisch in Fig. 6 dargestellt.

In den Stadtgrenzen von Orěhovo bemerkt man deutlich 4 Terrassen: I = (in Meereshöhe) 30 – 40 m., II = 72 – 102 m., III = 106 – 130 m., IV = 140 – 210 m.; das ist die Oberfläche des Tafellandes. Die zweite Terrasse von Orěhovo ist durch eine allmähliche Erniederung des Vorderteils der dritten Terrasse entstanden. Die Ursache defür sind Bodenbewegungen. Auf der beigelegten Karte sind sämtliche Stellen, wo langsame oder schnelle Bodenbewegungen innerhalb der Stadtgrenzen vorliegen, dargestellt. Auf dieser Karte ist sichtbar, dass alle Bodenbewegungen an die Pliozäntone gebunden sind. Alle Nester schneller Bewegung befinden sich dicht an kleinen Flüssen. Ferner behandeln wir ausführlich die Vorgänge, auf welche alle diese Bewegungen in den Pliozäntonen zurückzuführen sind, von weichen einige von der Art der Schlammströme und die anderen Rutschungen sind. Wir weisen auf die Massregeln hin, die getroffen werden müssen, damit die von den Bodenbewegungen verursachten Materialschäden, unter welchen die Beölkerung leidet beseitigt werden. Die wichtigste wirtschaftliche Folge davon ist, dass die Stadtbewohner keine Hypotheken auf ihre Gebäude bekommen können.

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